Braucht der Handel noch MDEs?
Interview mit Dr. Andreas Müller, Entwicklungsleiter Skeye
Herr Dr. Müller, hat das klassische MDE aufgrund des aktuellen Smartphone Hypes bald ausgedient?
Nein, sicher nicht. Der Begriff »MDE« hat möglicherweise ausgedient, nicht aber das mobile Terminal selbst. Moderne Industrie PDAs mit Smartphonefunktionalität sind sogar unerlässlich für bestimmte Anwendungen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Diese in Industriequalität gebauten Geräte überstehen Stürze, sind staub- und wassergeschützt und arbeiten zuverlässig innerhalb einer großen Temperaturskala. Denken Sie hier zum Beispiel an Kühlhäuser oder an die Lagerlogistik. Nur solche robusten Geräte, die zudem noch einen langen Produktlebenszyklus haben, bieten den Handelsunternehmen eine gute Investitionssicherheit. In Verbindung mit unserem Service lassen sich diese Terminals über viele Jahre einsetzen. Offene Systeme ermöglichen dazu die unkomplizierte Integration in die Unternehmens-IT, und schließlich können mit unserem Backoffice neue Programmversionen einfach von der Zentrale auf alle eingesetzten Geräte aufgespielt werden. Viele dieser Features können Smartphones nicht bieten und müssen es im Übrigen auch nicht, da sie vorwiegend für den Einsatz im privaten Umfeld konstruiert sind.
Immer kleiner = immer unhandlicher? Fragt der Handel nach immer kleineren Geräten?
Nun, natürlich ist Kompaktheit ein wichtiges Kriterium bei der Konzeptionierung unserer Geräte, allerdings muss man festhalten, dass die Gerätegröße von der Anwendung abhängt. Bei der Größe der mobilen Terminals muss außerdem das ergonomische Optimum berücksichtigt werden, das eine optimale Bedienbarkeit garantiert. Wichtig sind z. B. eine angenehme Haptik und eine lange Akku-Lebensdauer. Eine einfach zu bedienende Tastatur ist im Handel nach wie vor ein wesentliches Leistungsmerkmal, denn klare taktile und optische Rückmeldungen vereinfachen die Dateneingabe enorm und minimieren die Fehlerquote.
Umgekehrt: immer größer. Sehen Sie eine Gefahr durch Tablet-PCs, die zusätzlich auch scannen können?
Nein, in dieser Hinsicht sehen wir absolut keine Gefahr, zumal wir beide Varianten anbieten und somit auf verschiedenste Kundenanforderungen optimal reagieren können. Wenn erforderlich, werden im Handel natürlich auch Geräte im Tablet-Format eingesetzt, zum Beispiel für die Vertriebsunterstützung im Kundengespräch oder im Lager auf Gabelstaplern. Wir bieten auch für diese Anwendungen optimale Komplettlösungen an, denn hier gilt das Gleiche, wie bei den mobilen Terminals: Ausschließlich Geräte in robuster Industriequalität entsprechen den Anforderungen der Handelsunternehmen.Ob kompakte Industrie PDAs oder Geräte im Tablet-Format: Skeye deckt beide Bereiche optimal ab.
Viele Terminals haben ein Display im Hochformat. Skeye liefert das skeye.allegro LS auch mit einem Display im Querformat. Welche Vorteile bietet diese Variante?
Nun, mehr als die Hälfte der skeye.allegros wird mit dem Display im Landscape-Format geliefert. Das spricht für sich. Der große Vorteil ist, dass sich das Querdisplay besser für die Navigation in Listen eignet.Durch das Querdisplay verändert sich auch der Schwerpunkt des Gerätes: Es liegt besonders sicher in der Hand. Ob man sich für ein quer- oder hochkantformatiges Display entscheidet, hängt allein vom Einsatzbereich der Geräte ab. Skeye bietet beide Varianten an, weil wir die verschiedenen Anforderungen unserer Kunden kennen.
Online oder Mobilfunk, also: Speicherung der gescannten Artikel oder Übertragung in Echtzeit? Was will der Handel?
Überwiegend wird im Handel heute WLAN eingesetzt. Komplexere Transaktionen in der Warenwirtschaft brauchen eine Online-Verbindung. Mobilfunk ist eher noch die Ausnahme, aber für einige Handelsformate aufgrund der günstigen Datentarife mittlerweile recht interessant. Bei heterogenen Filiallandschaften wie Genossenschaften, Franchise-Nehmern oder Streckenlieferanten ist Mobilfunk gefragt, denn dadurch vermeidet man eine komplexe eigene Infrastruktur.
Die Anbindung über WLAN ist nicht immer sicher. Was kann man in diesem Fall tun?
Wenn die gängigen WLAN-Sicherheitsstandards eingehalten werden, stellt WLAN kein nennenswertes Sicherheitsrisiko dar.
Vielen Dank für das Interview, Herr Dr. Müller.